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Über Bücher

Tiefer Einblick in die Saarlandseele: „Dòò bischde Pladd!“

Das neue Mundartbuch von Georg Fox vereint viele Texte des Autors des letzten Jahrzehnts

Dòò bischde Pladd!
Dòò bischde Pladd!

Wenn man im Saarland von „Pladd“ redet, meint man natürlich die Mundartsprache, von denen es im Saarland gleich zwei gibt: Rheinfränkischer und moselfränkischer Dialekt. Man nutzt das Wort „pladd“ aber auch in dem Zusammenhang, dass jemand erstaunt und überrascht ist. Diese Doppeldeutigkeit der Wörter ist typisch für die Mundart. Fox spielt in seinen Texten mit solchen Varianten seiner Sprache und hinterfragt die saarländische Lebensart.

Jemand hat einmal geschrieben: „Fox versteht es wie kaum ein anderer, die Seele des Saarländers in hintersinnige Texte zu verpacken!“ Dies trifft es sicherlich, wenn man danach fragt, welche Bedeutung die Mundart für den Schriftsteller hat. Fox versucht einer saarländischen Philosophie nachzuspüren, etwa wenn es um die „Baufillesefie“ geht oder wenn er typische saarländische Denkmuster aufdeckt.

Das Buch enthält eine Auswahl der Mundart-Kolumnen der Saarbrücker Zeitung, die in den Jahren 2005-2020 veröffentlicht wurden. Zusätzlich wurden diese Texte ergänzt durch Gedichte, die in der gleichen Zeit entstanden sind. Manche dieser Gedichte sind bisher noch nie in einem Buch veröffentlicht worden. Alle Siegertexte bei Mundartwettbewerben wurden ebenfalls in diese Sammlung aufgenommen.

So findet sich der Text zum „Goldener Schnawwel“ des Saarländischen Rundfunks für den Text „Die ald Buggs“ ebenso in dieser Sammlung wie sein „Bucherbach-Ballaadsche“, womit Fox den Goldenen Lautsprecher von SR3 für das beste Mundartgedicht des Jahres 2013 erhielt. Auch der Text „Òòmends im Dorf“, der beim Mundartwettbewerb in Dannstadt mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, ist abgedruckt.

Der saarl. Schriftsteller Ludwig Harig schrieb einmal über die Texte von Fox: „Neben seinen Mundartgedichten überzeugen mich vor allem die Glossen, die sich, ins essayistische Gewand gekleidet, als handfeste Satiren auf die Landesart erweisen. Das wirkt inzwischen über die Landesgrenzen hinaus. Jedermann sei sein eigener König, sagt Georg Fox, er selbst möchte der Narr sein, der ihnen den Spiegel vorhält, ein shakespearscher, ein philosophischer Narr!“


Bibliografische Angaben:
Georg Fox: „Dòò bischde Pladd!“ – Geschischdscher unn Gedischdscher, 108 Seiten, Verlag Libri, ISBN 978-3-7526-0669-0, 12,80 €, Erscheinungstermin 30.10.2020, im guten Buchhandel und über Internet erhältlich.